CDU und FDP setzen Kompromiss beim Anmeldeverfahren an weiterführenden Schulen durch
Fischbach: Ratsmehrheit für mehr Vergleichbarkeit, Planungssicherheit und eine bedarfsgerechte Schulentwicklung in Gelsenkirchen
Der Rat der Stadt Gelsenkirchen hat mehrheitlich einem gemeinsamen Antrag der CDU und FDP zur Neugestaltung des Anmeldeverfahrens an weiterführenden Schulen zugestimmt. Künftig soll das bisher ausschließlich für Gesamtschulen geltende vorgezogene Anmeldeverfahren, soweit möglich, auf alle weiterführenden Schulformen mit Ausnahme der Hauptschulen ausgeweitet werden. Ziel ist es, die Vergleichbarkeit zwischen den Schulformen zu verbessern und Familien frühzeitig Planungssicherheit zu geben.
Die CDU-Ratsfraktion hatte sich ursprünglich dafür ausgesprochen, das vorgezogene Anmeldeverfahren für Gesamtschulen vollständig abzuschaffen und zu einem regulären, gemeinsamen Anmeldeverfahren zurückzukehren. Aus Sicht der Christdemokraten ist dies der beste Weg, um den tatsächlichen Bedarf an den unterschiedlichen Schulformen unverzerrt festzustellen. „Wir wollen wissen, welche Schulen sich die Eltern und Kinder in Gelsenkirchen tatsächlich wünschen. Schulentwicklung darf nicht von ideologischen Vorstellungen bestimmt werden, sondern muss sich konsequent an den Bedürfnissen der Familien orientieren. Unterschiedliche Anmeldezeitpunkte erschweren bislang einen unverzerrten Blick auf die Nachfrage“, erklärt Hobie Fischbach, bildungspolitischer Sprecher der CDU.
Die Beratungen innerhalb der Kooperation aus SPD, CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen waren von unterschiedlichen Vorstellungen geprägt. Gerade weil es um die Zukunft der weiterführenden Schulen und die Bildungschancen der Kinder gehe, sei intensiv über den richtigen Weg diskutiert worden.
„Natürlich hätten wir uns als CDU eine vollständige Rückkehr zum regulären Anmeldeverfahren gewünscht. Politik bedeutet aber auch, unterschiedliche Positionen zusammenzuführen und tragfähige Lösungen zu finden. Mit dem jetzt beschlossenen Kompromiss schaffen wir eine vergleichbarere Ausgangslage für die weiterführenden Schulen und geben den Eltern zugleich frühzeitig Orientierung“, so Fischbach weiter. Durch die Ausweitung des vorgezogenen Anmeldeverfahrens sollen die einbezogenen Schulformen künftig unter möglichst gleichen zeitlichen Rahmenbedingungen betrachtet werden können. Gleichzeitig bleibt den Familien ausreichend Zeit, auf die Ergebnisse des Anmeldeverfahrens zu reagieren und gegebenenfalls alternative Schulentscheidungen zu treffen.
Für die CDU-Fraktion ist der Beschluss ein wichtiger Schritt hin zu einer transparenteren und bedarfsgerechteren Schulentwicklungsplanung. Entscheidend sei, dass die Stadt künftig auf einer möglichst vergleichbaren Datengrundlage beurteilen könne, welche Schulformen tatsächlich nachgefragt werden. „Am Ende geht es nicht darum, welche Schulform politisch bevorzugt wird. Es geht darum, dass jedes Kind in Gelsenkirchen die bestmöglichen Bildungschancen erhält. Dafür brauchen wir eine ehrliche Betrachtung der Nachfrage, verlässliche Rahmenbedingungen für die Schulen und Planungssicherheit für die Familien. Mit diesem Beschluss gehen wir einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung“, betont Fischbach abschließend.