Deutschlandticket wird teuer: Die Rechnung für ein falsches Spiel kommt
Rosen: „Ein politisch festgesetzter Einheitspreis macht den ÖPNV weder besser noch günstiger“
Nach aktuellen Berechnungen des WDR könnte der Preis des Deutschlandtickets zum 1. Januar 2027 von derzeit 63 Euro auf rund 66,80 Euro steigen. Grundlage ist die neue Preisformel, mit der steigende Personal-, Energie- und Sachkosten künftig in die Preisentwicklung des Tickets einfließen sollen. Für die CDU-Ratsfraktion Gelsenkirchen zeigt sich damit immer deutlicher ein grundsätzliches Problem des Deutschlandtickets.
„Das Deutschlandticket wurde mit dem Versprechen verkauft, Mobilität einfach und günstig zu machen. Tatsächlich erleben wir inzwischen regelmäßige Preiserhöhungen und eine dauerhaft ungeklärte Finanzierungsfrage. Ein politisch festgesetzter Einheitspreis macht den ÖPNV aber weder besser noch günstiger. Am Ende müssen die tatsächlichen Kosten trotzdem bezahlt werden – vom Steuerzahler oder vom Fahrgast“, erklärt die verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion, Laura Rosen.
Aus Sicht der CDU-Fraktion lenkt die Debatte um den Preis des Deutschlandtickets zudem von der entscheidenden Aufgabe ab: Busse und Bahnen müssen vor Ort zuverlässig, sicher und attraktiv sein. Gerade in Gelsenkirchen entscheiden nicht wenige Euro Unterschied beim bundesweiten Einheitsticket darüber, ob Menschen den ÖPNV nutzen, sondern vor allem Taktung, Zuverlässigkeit, Sauberkeit und Sicherheit.
„Was nutzt den Menschen ein bundesweit gültiges Ticket, wenn der Bus nicht kommt, Verbindungen ausfallen oder das Angebot vor Ort nicht stimmt? Wir müssen endlich wieder stärker darüber sprechen, was die Fahrgäste für ihr Geld bekommen. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Deshalb müssen Investitionen in ein verlässliches Angebot und eine leistungsfähige Infrastruktur Vorrang haben“, so Rosen.
Kritisch sieht die CDU-Ratsfraktion auch den neuen Mechanismus zur Preisfortschreibung. Wenn steigende Personal-, Energie- und Sachkosten künftig regelmäßig in den Ticketpreis einfließen, wird aus dem ursprünglich politisch gesetzten Preis zunehmend ein Automatismus nach oben. Gleichzeitig bleiben die milliardenschweren Zuschüsse von Bund und Ländern notwendig.
„Genau darin liegt der Konstruktionsfehler: Der Staat subventioniert das Ticket mit Milliarden, die Verkehrsunternehmen kämpfen trotzdem mit steigenden Kosten und die Fahrgäste sollen künftig ebenfalls regelmäßig mehr bezahlen. Das ist keine nachhaltige Finanzierung des ÖPNV“, erklärt Rosen.
Die CDU-Ratsfraktion fordert deshalb eine grundsätzlichere Debatte über die Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs. Statt immer mehr öffentliche Mittel in die Subventionierung eines bundesweiten Einheitstarifs zu binden, müsse stärker darauf geachtet werden, dass das Geld dort ankommt, wo es für die Fahrgäste einen konkreten Unterschied macht: bei Fahrzeugen, Personal, Infrastruktur, Sicherheit und einem verlässlichen Angebot vor Ort.