CDU-Ratsfraktion sieht Entwicklung der Hauptschulen mit Sorge
Fischbach fordert ehrliche Debatte über das Schulsystem
Die aktuellen Anmeldezahlen an den Gelsenkirchener Hauptschulen zeigen aus Sicht der CDU-Ratsfraktion deutlich, dass die Stadtgesellschaft eine ehrliche bildungspolitische Debatte führen muss. Während Gesamtschulen und Realschulen weiterhin hohe Anmeldezahlen verzeichnen, bleiben die Hauptschulen deutlich hinter ihren Kapazitäten zurück.
Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Hobie Fischbach, erklärt dazu: „Die entscheidende Frage lautet doch nicht einfach nur, warum die Hauptschulen leerer werden. Wir müssen uns vielmehr ehrlich fragen: Haben wir plötzlich viel mehr leistungsstarke Schülerinnen und Schüler, oder landen viele Kinder heute an Schulformen, die eigentlich nicht ihrem tatsächlichen Leistungsstand entsprechen? Diese Diskussion dürfen wir nicht länger ideologisch führen, sondern müssen sie sachlich und im Interesse der Kinder führen.“
Die CDU sieht die Entwicklung mit Sorge, weil sich immer mehr Eltern aus nachvollziehbaren Gründen für Gesamtschulen entscheiden. Gleichzeitig dürfe aber nicht der Eindruck entstehen, dass jede Schulform für jedes Kind automatisch die richtige sei. Ein funktionierendes differenziertes Schulsystem brauche auch klare Anforderungen und realistische Empfehlungen.
Fischbach weiter: „Das dreigliedrige Schulsystem hat nicht ohne Grund jahrzehntelang funktioniert. Unterschiedliche Kinder lernen unterschiedlich schnell und brauchen unterschiedliche Lernumfelder. Nicht jedes Kind ist in der vierten Klasse gleich weit entwickelt, deshalb brauchen wir selbstverständlich Durchlässigkeit und echte Aufstiegschancen. Aber wir dürfen auch nicht so tun, als gäbe es keinerlei Unterschiede bei Leistungsständen oder Förderbedarfen.“
Aus Sicht der CDU müsse es deshalb weiterhin möglich sein, Kinder nach Leistungsvermögen differenziert zu beschulen, gleichzeitig aber flexible Übergänge offenzuhalten. Ziel müsse sein, jedes Kind bestmöglich zu fördern, ohne ideologische Scheuklappen und ohne einzelne Schulformen künstlich schlechtzureden. Gerade Hauptschulen würden häufig wichtige Arbeit leisten, insbesondere bei individueller Förderung, Berufsorientierung und sozialpädagogischer Begleitung.
Abschließend erklärt Hobie Fischbach: „Wir brauchen endlich wieder mehr Ehrlichkeit in der Bildungspolitik. Nicht jede Entscheidung für eine höhere Schulform hilft automatisch dem Kind. Entscheidend ist, dass Schülerinnen und Schüler Erfolgserlebnisse haben, gefördert werden und am Ende mit einem guten Abschluss und echter Perspektive ins Leben starten können. Dafür brauchen wir ein starkes, differenziertes und zugleich durchlässiges Schulsystem in Gelsenkirchen.“