Schulentwicklung realistisch steuern: Mehr Plätze schaffen, Systemvielfalt erhalten
Fischbach: Schneller Ausbau von Schulkapazitäten und ein faires Anmeldeverfahren statt einseitiger Steuerung
In der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Bildung der Stadt Gelsenkirchen am 30. April 2026 hat die städtische Verwaltung deutlich gemacht, dass trotz laufender Neubauten künftig nicht genügend Schulplätze zur Verfügung stehen werden. Die Prognosen zeigen einen deutlichen Anstieg der Bedarfe: In der Sekundarstufe I von derzeit ca. 15.400 auf knapp über 19.000 Plätze bis zum Schuljahr 2035/36, in der Primarstufe von aktuell ca. 12.300 auf knapp 13.000 Plätze. Die CDU-Fraktion sieht darin ein klares Signal, dass der Ausbau von Schulraum weiter konsequent vorangetrieben werden muss.
Zugleich wird deutlich, dass die aktuelle Situation nicht überraschend kommt, sondern Ergebnis einer jahrelang unzureichenden Planung ist. Obwohl sich Gelsenkirchen derzeit in einer der größten Schulbauoffensiven befindet, reichen die bisherigen Maßnahmen nicht aus, um den tatsächlichen Bedarf zu decken. Auch aus den Reihen der Grundschulen wurde im Ausschuss bestätigt, dass die Kapazitäten bereits heute vielfach erschöpft sind.
Die CDU-Fraktion betont, dass der notwendige Ausbau von Schulplätzen jetzt mit Augenmaß und ohne ideologische Scheuklappen erfolgen muss. Es dürfe nicht der Fehler gemacht werden, die Platzproblematik einseitig zu nutzen, um den Ausbau bestimmter Schulformen voranzutreiben. Vielmehr brauche Gelsenkirchen ein ausgewogenes Angebot in allen Schulformen. „Die aktuellen Zahlen müssen für uns Antrieb sein, schneller und entschlossener Schulraum zu schaffen. Gleichzeitig dürfen wir die Situation nicht dazu nutzen, ideologisch einseitig Schulstrukturen zu verändern. Wir brauchen ausreichend Plätze an Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen – und damit ein starkes, differenziertes Bildungssystem in unserer Stadt“, erklärt Hobie Fischbach, Sprecher für die CDU-Fraktion im Ausschuss für Bildung.
Vor diesem Hintergrund sieht die CDU auch das derzeitige Anmeldeverfahren kritisch. Die aktuell hohe Nachfrage nach Gesamtschulen sei nach Einschätzung der Verwaltung zumindest teilweise auf das vorgezogene Anmeldeverfahren zurückzuführen, das Eltern dazu veranlasst, zunächst diese Schulform zu wählen, um sich frühzeitig einen Platz zu sichern. „Wenn Anmeldezahlen durch Verfahrensregeln verzerrt werden, dann ist das keine verlässliche Grundlage für schulpolitische Entscheidungen. Wir brauchen ein faires und transparentes Verfahren, das echte Nachfrage abbildet. Deshalb ist es richtig, dass wir das vorgezogene Anmeldeverfahren perspektivisch abschaffen“, so Fischbach weiter.
Die CDU-Fraktion bekennt sich klar zum bestehenden Kooperationsvertrag und den darin vereinbarten Zielen zum Ausbau und Gestaltung von Schulraum. Entscheidend sei jetzt, die richtigen Prioritäten zu setzen: Mehr Kapazitäten, eine realistische Planung und ein Schulangebot, das sich am tatsächlichen Bedarf der Schülerinnen und Schüler orientiert und nicht an ideologischen Vorgaben.